Vergiss Lotto: Wie ein deutsches NFT-Projekt mit 50 % Gebühren die Regeln bricht

-Shark-Trainer-
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Einleitung

Wer sich in der Welt der NFTs bewegt, kennt das typische Bild: schnelle Gewinne, Hype-Zyklen und die ständige Jagd nach dem nächsten Projekt, das über Nacht explodieren könnte. Es ist eine Landschaft geprägt von Spekulation, in der der eigentliche Nutzen oft hinter leeren Versprechungen und schillernden Roadmaps verschwindet. In diesem lauten, unübersichtlichen Markt wirkt ein Projekt, das die Hälfte jedes Weiterverkaufs für sich beansprucht, auf den ersten Blick wie wirtschaftlicher Selbstmord.

Genau hier setzt das deutsche „BlockShark RTE“-Projekt an. RTE steht für „Radical Transparency Experience“ – eine radikale Transparenzerfahrung. Es ist ein Gegenentwurf zur gängigen Praxis, ein sozioökonomisches Experiment, das bewusst mit Konventionen bricht. Auf den ersten Blick wirkt die Kernmechanik absurd, doch bei genauerer Analyse offenbart sich eine faszinierende Tiefe, die persönliche Schicksale, gamifizierte Anreize und eine nachhaltige ökonomische Logik miteinander verbindet.

Dieser Artikel ist eine Analyse dieses hochriskanten Manövers. Wir tauchen ein in die Mechanik einer genialen Idee, aber auch in die tödlichen Fallen – von der Marktdynamik bis zum deutschen Steuerrecht –, die sie zu Fall bringen könnten. Bereiten Sie sich auf eine Reise in das vielleicht radikalste NFT-Projekt Deutschlands vor.

1. Die 50-%-Regel: Ein genialer Plan mit fatalem Fehler

Das Herzstück der „BlockShark RTE“-Ökonomie ist eine Regel, die jedem erfahrenen NFT-Trader die Haare zu Berge stehen lässt: eine Royalty-Gebühr von unglaublichen 50 % auf jeden Verkauf auf dem Zweitmarkt. Diese Gebühr wird präzise aufgeteilt: 25 % fließen direkt in die Kasse der BlockShark DAO, um das Projekt langfristig zu finanzieren, und 25 % gehen an den Gründer. Dessen Anteil dient, im Sinne der radikalen Transparenz, einem klar deklarierten Ziel: der Tilgung persönlicher Schulden.

Im Vergleich zum Marktstandard von 5–10 % ist dieser Satz extrem. Eine erste Analyse offenbart jedoch eine Achillesferse, die das gesamte Modell zum Einsturz bringen könnte: die sogenannte „Royalty-Falle“. Die Realität im Web3 ist unerbittlich: Große NFT-Marktplätze wie OpenSea oder Blur erzwingen Royalties nicht mehr. Käufer und Verkäufer können die Gebühr einfach auf null setzen, was die gesamte ökonomische Maschine des Projekts lahmlegen und den Plan des Gründers zunichtemachen würde.

Doch wo die meisten Projekte scheitern würden, zeigt sich hier ein entscheidender Schachzug. Statt auf den guten Willen der Marktplätze zu hoffen, setzt BlockShark auf technische Durchsetzung. Durch den Einsatz von Diensten wie NFTs2Me, die eine Gebührenerzwingung direkt im Smart Contract verankern, und den Aufbau eines eigenen, dedizierten Marktplatzes unter store.blockshark.xyz wird ein geschlossenes Ökosystem geschaffen. In diesem „Walled Garden“ ist die 50-%-Regel nicht nur eine Empfehlung, sondern ein unumstößliches Gesetz. Doch selbst wenn die technische Durchsetzung der Gebühren gelingt, lauert eine zweite, rein deutsche Falle, die den finanziellen Erfolg zunichtemachen könnte.

2. Die unendliche Maschine: Wie der Zweitmarkt zum Hauptfeature wird

Was treibt einen Käufer dazu an, eine 50-%-Gebühr zu akzeptieren? Die Antwort liegt in der sogenannten „Phase II“ des Projekts. Anders als bei typischen NFT-Projekten, deren Wert und Nutzen oft nach dem initialen Mint einbrechen, ist bei BlockShark RTE der Kauf auf dem Zweitmarkt erst der Anfang.

Das Konzept ist einfach, aber wirkungsvoll: Jeder neue Besitzer, der ein RTE-NFT auf dem freien Markt erwirbt, erhält ebenfalls die volle „Radical Transparency Experience“. Das System erkennt anhand der Blockchain, dass es sich um einen neuen Halter handelt, und schaltet für diesen den Zugang zu den vier KI-Agenten frei. Diese neuen Teilnehmer können dann ebenfalls ihre Ermittlungen anstellen, ihre Einschätzungen abgeben und sich für die monatliche Verlosung qualifizieren.

Dies schafft einen permanenten Kaufanreiz, der über reine Spekulation hinausgeht. Der eigentliche Nutzen des NFTs – der Zugang zum Spiel und die Gewinnchance – ist nicht an den Erstbesitzer gebunden, sondern erneuert sich mit jedem Weiterverkauf.

Du hast hier nicht nur einen NFT-Drop, sondern eine ökonomische Maschine entworfen, die sich durch die “Phase II” theoretisch selbst am Leben erhält.

3. Deine Gewinnchance ist bis zu 50 Millionen Mal höher als im Lotto

Ein zentrales Element, das den Wert des Erlebnisses steigert, ist eine monatliche Verlosung von hohem Wert. 20 Monate lang werden jeden Monat 25 „TimeLoop-25“ Lifetime-Access-NFTs unter den neuen Teilnehmern verlost. Diese NFTs gewähren lebenslangen Zugang zu zukünftigen Projekten im BlockShark-Ökosystem.

Die Gewinnchance ist dabei gewichtet: Wer sich intensiv mit den transparent gemachten Informationen auseinandersetzt und treffsichere Einschätzungen abgibt, wird belohnt. Teilnehmer mit zwei richtigen Einschätzungen erhalten ein Los, mit drei richtigen zwei Lose und bei vier richtigen sogar drei Lose für die Ziehung.

Die daraus resultierenden Wahrscheinlichkeiten sind, verglichen mit staatlichen Lotterien, astronomisch hoch. Eine detaillierte Analyse der Gewinnchance im Vergleich zum deutschen Lotto-Jackpot („6 Richtige plus Superzahl“) offenbart beeindruckende Zahlen:

  • Bei 1.000 Teilnehmern pro Monat: Ihre Gewinnchance ist rund 5 Millionen Mal wahrscheinlicher als der Lotto-Jackpot.
  • Bei nur 100 Teilnehmern pro Monat: Ihre Chance ist sogar rund 50 Millionen Mal wahrscheinlicher.

Diese Zahlen bilden die Grundlage für eine ebenso simple wie schlagkräftige Marketingbotschaft.

“Vergiss Lotto. Im BlockShark RTE hast du keine Chance von 1 zu 140 Millionen. Du hast eine echte Chance. Und selbst wenn du nicht das Ticket gewinnst, hast du die Wahrheit erlebt.”

4. Die deutsche Steuerfalle: Wenn aus 30.000 € Einnahmen plötzlich Steuerschulden werden

Trotz der genialen ökonomischen Struktur zeigt das Projekt, wie schmal der Grat zwischen einer visionären Idee und der harten Realität der Geschäftswelt ist. Ein kritischer Punkt, der beinahe den gesamten finanziellen Erfolg zunichtegemacht hätte, ist die sogenannte „Steuerfalle“. Der Gründer ging ursprünglich davon aus, aufgrund der Kleinunternehmerregelung von der Umsatzsteuer befreit zu sein.

Diese Annahme ist jedoch falsch. Der geplante Primärverkauf von 3.000 NFTs zu je ca. 10 € würde einen Umsatz von 30.000 € generieren. Damit wird die für die Kleinunternehmerregelung relevante Grenze von 22.000 € Jahresumsatz sofort überschritten. Die Konsequenz: Das gesamte Einkommen wird umsatzsteuerpflichtig. Auf die 30.000 € müssten rund 4.800 € an das Finanzamt abgeführt werden. Zusätzlich fällt auf den verbleibenden Gewinn die persönliche Einkommensteuer an.

Dieser Punkt ist mehr als nur eine Lektion; er ist ein klassischer „Stolperstein“, der zeigt, wie eine brillante Web3-Konzeption ohne kaufmännische Sorgfalt scheitern kann. Die Warnung aus der Projektanalyse ist unmissverständlich: “Nichts ist schlimmer als ‘Schulden getilgt, aber neue Steuerschulden beim Staat'”.

Schlussfolgerung

Das BlockShark RTE-Projekt ist weit mehr als nur ein weiterer NFT-Drop. Es ist ein hochriskantes, aber faszinierendes sozioökonomisches Experiment, das die Grenzen dessen, was im Web3 möglich ist, neu auslotet. Es verbindet radikale Transparenz, eine gamifizierte Ökonomie und ein zutiefst persönliches Schicksal auf eine Weise, die im NFT-Raum einzigartig ist. Die persönliche Motivation des Gründers verleiht dem gesamten Vorhaben eine menschliche Dimension, die weit über rein finanzielle Interessen hinausgeht.

…sämtliche Schulden begleichen, um keine verbrannte Erde zu hinterlassen und um ruhigen Gewissens meine weiteren Pläne mit der Schweiz und El Salvador zu verwirklichen!

Am Ende bleibt eine zentrale Frage: Ist dies ein zukunftsweisendes Modell, das zeigt, wie man mit radikaler Transparenz persönliche Krisen überwinden kann, oder ist es ein Lehrstück darüber, wie selbst die genialste Web3-Ökonomie an den unerbittlichen Realitäten von Marktmechanismen und Steuergesetzen zerschellen kann?

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